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Ortstafel_Staden

 

Der Name „Staden“ lässt sich aus dem Mittelhochdeutschen  „Stade“ oder „Gestade“ ableiten. Dies bedeutet am Ufer oder am Gestade eines Gewässers liegend. Die Entstehung Stadens ist eng mit der Erbauung einer an der Nidda gelegenen Wasserburg verbunden. Diese ursprüngliche „Burg Staden“ lag auf einer natürlichen Fluss insel der Nidda.

 

 

Bereits 1150 wurde Staden in einer Urkunde erwähnt. Im Jahre 1156 übertrugen Wortwin und seine Gemahlin Hedwig die Burganlage mit Zubehör dem Kloster Fulda als Schenkung und erhielten den gesamten Besitz als Lehen zurück. Dieser Vorgang ist in einer Urkunde schriftlich festgehalten.

 

Ein weiterer Meilenstein in der Historie Stadens ist zugleich der Geburtstag der Stadt. Unter Johann I. von Isenburg-Limburg erhielt die Burg mit Ansiedlung am 4. Juli 1304 von König Albrecht I. die Stadtrechte. Die Verleihung der Rechte erlaubte, das südlich der Nidda gelegene ungeschützte Dorf mit Türmen, Mauern und vorgelagerten Gräben zu umgeben.

 

 

Die Befestigungsanlagen schlossen sich an die Wehrbauten der Burg an. Zwei Tore, das Obertor im Süden und das Untertor in Richtung Leidhecken, regelten den Zugang. Daneben war es erlaubt, Märkte abzuhalten und Recht zu sprechen. Zur Burg und zum Gericht Staden gehörten Ober-Florstadt, Nieder-Florstadt und Stammheim sowie das Gericht Mockstadt, bestehend aus den Orten Ober-Mockstadt, Nieder-Mockstadt und Heegheim.

 

Eine bedeutende Zäsur in der Entwicklung Stadens war 1405 der Verkauf von Burg, Stadt und Äckern durch Johann III. von Isenburg-Limburg an eine Gemeinschaft von 19 Adligen aus der Region.

Sie schlossen sich zusammen und bildeten eine Ganerbschaft. Im Jahresturnus wurde von den Adligen ein sogenannter „Baumeister“ ernannt. Er wohnte im „Amtshaus“ in Staden und war der „Geschäftsführer“ der Ganerben, ließ sich Rechnungen vorlegen, schlichtete Streitig keiten und sprach Recht.

 

Zum Ende des Jahrhunderts der Reformation waren von den 19 Ganerben nur noch vier vorhanden; die inzwischen in den Grafenstand erhobenen Ysenburg-Büdinger, die Burg Friedberg sowie die Freiherrn von Carben und Löw von Steinfurth. Die anderen Geschlechter waren ausgestorben. Es kam zu Streitigkeiten bezüglich der Besitzverhältnisse. Bereits 1616 berichtete die Chronik vom schlechten Zustand der Stadtmauern und der dreißigjährige Krieg 1618 bis 1648 brachte erheblichen Schaden. Die Wiederherstellung der zerstörten Gebäude war eine große Belastung. Wie Staden zu Beginn des 30-jährigen Krieges ausgesehen hat, zeigt der Kupferstich von Daniel Meißner von 1637 zu Beginn der WEB-Seite.

 

 

Im Jahre 1729 starb das letzte Mitglied der Carbener Adelsfamilie ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen. Der Teilbesitz fiel an die restlichen Ganerben zurück. Wieder kam es zu Streitigkeiten um die Aufteilung, die Ysenburg-Büdinger besetzten Staden. Johann Friedrich Ferdinand von Löw zu Steinfurth begann im Jahre 1746 am südlichen Obertor mit dem Bau eines Schlosses und legte einen eindrucksvollen Park an. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die allmähliche Beseitigung der Stadtbefestigung, von der aber noch beträchtliche Reste erhalten sind.

1821 wurde die Stadt in der ersten hessischen Kreisteilung dem Kreis Büdingen zugeschlagen aber 1852 dem Kreis Friedberg zugeordnet.

Im 19. Jahrhundert sind viele Personen aus Staden ausgewandert, viele davon nach Nord- und Südamerika. 1909 erhielt Staden eine Wasserleitung, 1913 wurde der Ort an das elektrische Überlandnetz angeschlossen. Der Erste Weltkrieg und die anschließende wirtschaftliche Not hinterließen tiefe Spuren, auch überschattete der Zweite Weltkrieg das Leben.

Ab 1941 lebten in Staden französische und polnische Kriegsgefangene als Zwangsarbeiter in der Landwirtschaft. Zum jüdischen Leben in Staden informiert Tafel 28. Am 11. Februar 1944 mussten 40 Evakuierte aus Frankfurt aufgenommen werden, die Zahl der Ausgebombten stieg dann bis Ende April auf 120. Im März 1945 rückten amerikanische Soldaten in Deutschland ein und die deutschen Soldaten und Volkssturmmänner verließen das Dorf. Amerikanisches Militär näherte sich von Stammheim kommend und wurde von flüchtenden deutschen Soldaten beschossen. Als die Amerikaner zurückfeuerten, geriet das Löw‘sche Schloss in Brand, es blieben nur noch die Außenmauern stehen. 12 Familien wurden obdachlos.

 

Mit Beginn der fünfziger Jahre kam es, begünstigt durch die besser werdende wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland, außerhalb des Ortskerns südlich der Bundesstraße B 275 zu einer umfassenden Siedlungserweiterung. Es entstanden dort mehr Häuser, als im alten Ortskern vorhanden sind. Mit der Gebietsreform 1972 wurde das altehrwürdige Städtchen der Großgemeinde Florstadt bzw. der heutigen Stadt Florstadt als Ortsteil eingemeindet.

 

Bildnachweise:

Älteste Darstellung von „Staden in der Wetterau“ aus Daniel Meisner, Thesaurus Philopoliticus, Politisches Schatzkästlein, Frankfurt/M. 1625-1626 und 1627-1631, Bd. 1,3, Teil, Blatt 45;

Karte veröffentlicht nach Reinhard Reuter, aus Fürstl.-Ysenburg-Büding’sches Archiv, Abtlg. Stadt und Land;

Foto Turm aus Kurt Leidecker, Staden – Das Klein-Venedig der Wetterau, 700 Jahre Stadtrecht Staden, 1304-2004; 

Luftaufnahme: Wetterauer Copter / Andreas Pfeiffer;

Vorlage und Foto – Hessisches Staatsarchiv Marburg